20 Orte auf Madeira

Calheta

Strand und Yachthafen Calheta Biild: Don Amaro CC BY 2.0
Strand und Yachthafen Calheta Biild: Don Amaro CC BY 2.0

Calheta ist der wichtigste Ort im Südwesten Madeiras und dessen Verwaltungszentrum. Er liegt in einer engen Schlucht am Fluss Ribeira da Calheta. Mit Sand aus Marokko wurde in der Bucht von Calheta übrigens versucht einen künstlichen Sandstrand anzulegen, normalerweise besteht der Strand hier zum Teil aus rundgewaschenen Kieselsteinen.

Der Ort war einst bedeutenstes Anbaugebiet für Zuckerrohr. Aber auch Kalkbrennereien waren wichtig, was man noch heute am Ortsnamen erkennt, denn “Cal” steht für deutsch Kalk. Am Ortseingang findet man daher noch heute einen Kalkschloth und eine Zuckerrohrmühle, die noch heute produziert. Auch heute wird hier noch Zuckerrohschnaps gebrannt. Sehenswert ist auch die Kirche Igreja do Espirito Santo, deren Grundstein wohl schon Zarcos Schwiegersohn Cabral 1430 gelegt hat. Die geschnitze Decke der Kirche ist interessant, genauso wie die Verzierungen am Eingang.

Das Kunstzentrum, Centro das Artes, bietet Ausstellungen und Theater. Der Yachthafen von Calheta wurde modernisiert und man findet dort einige Restaurants. Von hier aus kann man auch zu Whale Watching starten. Ein Drachenflieger-Zentrum befindet sich in Arco de Calheta.

Camacha

Camacha Bild: Hansjoerg Eberle CC BY 3.0
Camacha Bild: Hansjoerg Eberle CC BY 3.0

Camacha war früher sehr abgelegen ist aber heute durch einen Tunnel über die Autobahn gut erreichbar. Der Ort ist besonders bekannt für seine Körbe und seine Flechttradition. Der zentrale Platz ist der Largo de Achada, der gern mit Blumen geschmückt ist.

Einem Briten verdankt Camacha eine weitere Kuriosität, nämlich das erste Fußballspiel Portugals. 1875 hatte dieser nämlich ein solches dort organisiert. Heute erinnert noch eine Gedenktafel an dieses Ereignis. Ganz dem Thema Flechten gewidmet ist auch das Café Relógio.

Hier kann man in einem ehemaligen englischen Sommersitz einen großen Korbwarenmarkt besuchen. Das Geschäft ist gut besucht, gerne auch von Touristen. In der Schauwerkstatt kann man den Flechtern bei ihrem Handwerk zuschauen und sehen, wie sogar Möbel daraus hergestellt werden.

Camara de Lobos

Câmara de Lobos gilt als der typische Fischerort von Madeira und hat immerhin fast 17.000 Einwohner. Er befindet sich unweit von Funchal. Übersetzt heißt der Name Höhle der Mönchsrobben, leider sind diese selten geworden. Einer der berühmtesten Besucher des Ortes war einst Winston Churchill, der hier einige seiner Motive malte und sich hier auf seinen Reisen entspannte. Im Ort erinnert noch eine Gedenktafel an ihn.

Platziert ist Câmara de Lobos zwischen zwei vulkanischen Felsklippen, der Ort ist nett restauriert und mit zahlreichen Bars ein guter Ort zum Ausgehen. Es gibt aber auch einiges zu beobachten, denn der Hafen mit seinem Bootsbau und den heimkehrenden Fischern ist immer sehenswert. Nachts bringen sie den schwarzen Degenfisch mit Langleinen an Land.

Sehenswert im Hafen ist auch die Hafenkapelle Nossa Senhora de Conceição, sowie oberhalb die Igreja de São Sebastião, die Kirche. Wer sich für Madeira-Wein interessiert, der wird bei Henriques e Henriques fündig und kann ihn dort auch verkosten. Ein großes Anbaugebiet für Madeira-Wein befindet sich oberhalb der Stadt im Estreito de Câmara de Lobos. Zur Traubenlese wird dort groß gefeiert.

Längs der Levada do Norte gelangt man von hier aus zum Cabo Girão, mit 580 m der höchsten Steilklippe Europas.

Canical

Caniçal Bild: Hansueli Krapf CC BY-SA 3.0
Caniçal Bild: Hansueli Krapf CC BY-SA 3.0

Caniçal ist ein alter Walfängerort und war lange von diesem Wirtschaftszweig geprägt. Erst spät wurde auf Madeira der Walfang verboten, heute erinnert ein Walmuseum an diese Tradition. Seit 1986 existiert der Nationalpark Meeressäugetiere um Madeira, geschützt sind nicht nur Wale, sondern auch die seltenen Mönchsrobben und Delfine.

Es gibt auch noch eine kleine Reparaturwerft im Hafengelände des Ortes. Auch der Park und das Schwimmbad sind erwähnenswert, genauso wie die Promenade des Ortes.

Außerdem gibt es in Canical eine Freihandelszone mit kleineren Industriebetrieben. Ganz in der Nähe von Caniçal befindet sich eine weitere Besonderheit, die Prainha auf der Ponta de São Lourenço, der einzige natürliche Sandstrand auf Madeira. Nicht wirklich groß und mit lavagrauem Sand ist sie zwar nicht unbedingt ein Blickfang, auf Madeira aber durchaus etwas besonderes.

Einen Ausflug zur Ponta de São Lourenço sollte man nach Möglichkeit auf jeden Fall unternehmen. Hier kann man auch schön wandern, wobei die Wanderung anspruchsvoll ist. Dafür erhält man aber herrliche Ausblicke, auch auf kleine Inselchen. An der Casa da Sardinha sieht man auch die kleinen Inseln Ilhéu de Agostino und Ilhéu do Farol mit dem ältesten Leuchtturm Madeiras.

Im Oktober findet in Caniçal das Fest zur Verehrung der Nossa Senhora da Piedade mit einer Prozession auf das Meer und zurück statt.

Canico

Caniço Bild: zarco Gemeinfrei
Caniço Bild: zarco Gemeinfrei

Caniço ist ca. 10 km von Funchal entfernt und von dort aus gut zu erreichen. Der Ort wird gerne von deutschen Besuchern als Unterkunft genutzt, hier gibt es schöne Hotels, Villen und Apartments. Hier läuft es wesentlich ruhiger zu als in der Hauptstadt.

Trotz der neuen Hotelanlagen wirkt es hier noch recht ländlich. Die Region um den Ort ist von Zweibelfeldern geprägt. Vor dem Platz an der Kirche treffen sich die Einheimischen, hier werden auch regelmäßig “festas” gefeiert.

Eine halbe Stunde zu Fuß von Caniço entfernt liegt der Ortsteil Caniço de Baixo, ein bekannter Badeort an der Südküste Madeiras, der sich direkt an der Küste befindet. Hier gibt es einige Restaurants und Bars, sowie Bademöglichkeiten. Der Ort liegt außerdem sehr günstig, auch der Flughafen ist nicht weit entfernt. Zusammen mit Garajau ist hier ein weiteres Zentrum der Region.

Funchal

Funchal Bild: Ville Koistinen CC BY-SA 3.0
Funchal Bild: Ville Koistinen CC BY-SA 3.0

Funchal ist Madeiras Hauptstadt und in vielerlei Hinsicht ihr Zentrum. Nahezu fast alle Reisen auf Madeira führen irgendwann nach Funchal. Abgeleitet vom Fenchel, der bei der Entdeckung hier wuchs, ist sie heute stolzer Mittelpunkt der autonomen Region Madeira. Die Stadt hat über 100.000 Einwohner und ist nicht nur Anlegehafen für Reisen mit dem Kreuzfahrtschiff, sondern auch Sitz der Regierung und Universitätsstadt. Außerdem hat sie zwei Fußballvereine.

Funchal hat viele Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist auch bekannt für eine ganze Reihe von Events, wie das Blumenfest (Festa da Flor), den Karneval, das Jazz Festival und Orgelkonzerte in den Kirchen.

Ziemlich bekannt als besondere Sehenswürdigkeit Funchals ist die Kathedrale im Viertel Sé. Im Juni finden hier auch die Festas da Sé statt. Besonders die Holzdecke der Kathedrale gilt als eine der schönsten Portugals. Es gibt aber auch noch viele kleinere sehenswerte Kirchen und Kapellen. Das alte Zentrum der Stadt ist das Fischerviertel Santa Maria. Hier liegt das Fort São Tiago und dort gibt es zahlreiche Restauranst. Hier sieht man auch die Seilbahn, die ins Viertel Monte führt und die eines der Wahrzeichen Funchals ist. Monte selbst ist vor allem auch wegen seiner Gärten und den Korbschlittenfahrten berühmt.

In der Umgebung um den Rathausplatz Praça de Municipio in Funchal findet man den Barockpalast, das Jesuitenkolleg und das kleinere Bischofspalais. Das Hotelviertel Funchals beginnt mit dem alten und traditionsreichen Reid´s Hotel (bekannt für seine kultige Nachmittags-Teatime) entlang der Estrada Monumental. Hier ist auch die Prommenade begrünt und hier findet man auch einige Meeresschwimmbäder.

Eine steile Straße ist die Calçada de Santa Clara. Hier steht die Casa-Museo Frederico de Freitas, und ein Kloster. Auch die Kirche São Pedro ist sehenswert. Eine der wichtigsten Straßen Funchal ist die Avenida Ariaga. Sie ist zum Teil verkehrsberuhigt und von Jacaranda-Bäumen beschattet. Hier steht auch ein Denkmal an Heinrich den Seefahrer. Nahe dem Hafen steht auch ein Denkmal an Madeiras Entdecker Zarco. Seine ehemaliger Wohnsitz war dort, wo die Quinta das Cruzes heute steht. Die Villa ist schön angelegt und spiegelt die Lebensart reicher Bürger der Stadt wider.

Funchals Festung ist São Lourenço, in dessen Nähe sich auch der Stadtpark und das Teatro Municipal Baltazar befinden. Bekannt ist die Stadt aber mehr für ihre Marina und den Hafen, an dem Cais de Pontinha ankern die großen Kreuzfahrtschiffe und Fähren. Hier gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten um Café, Bars oder Restaurants aufzusuchen. Übrigens kann man auch Fahrten zum Hochseefischen und der historisch, nachgebauten Santa Maria, dem Kolumbusschiff buchen.

Ein sehr historisches Café ist das Golden Gate Café. Wer sich für Madeira-Wein interessiert, könnte an einer Führung in der Madeira Wine Company teilnehen. Funchal bietet natürlich auch unzählige Einkaufsmöglichkeiten. Besonders in jüngster Zeit sind einige größere Shoppingzentren entstanden, wirklich sehenswert ist aber vielleicht nur die Mercado dos Lavradores mit üppiger Gemüse- und Fischmarkthalle. Hier findet man die Früchte und Meeresfrüchte der Insel und lernt Einheimische kennen.

Natürlich kann man auch in Funchal Stadtrundfahrten im Doppeldeckerbus buchen. Startpunkt ist oft an der Avenida do Mar. Die Stadt hat auch einige interessante Museen, wie das Museo de Arte Sacra mit Kirchenkunst, wer sich für lokale Geschichte interessiert, sollte das Madeira Story Centre besuchen. Mehr über die Geschichte des Zucker erfährt man im Núcleo Museológico – A Cidade do Açúcar.

In früheren Zeiten war Zucker ein wichtiges Produkt für die Insel und wurde in großen Mengen angebaut. Noch heute kann man Zuckerrohrmühlen auf der Insel besichtigen. Wer sich für Madeira-Stickerei interessiert, sollte im Urlaub auf Madeira das Núcleo Museológico do IBTAM – Instituto do Bordado, Tapeçarias e Artesanato da Madeira besuchen. Die Stickkunst auf Madeira hat eine lange Tradition und die Kunstwerke der Einheimischen sind noch heute weltweit gefragte Produkte. Fotografische Eindrücke von Funchal und Madeira aus alten Zeiten findet man im Museo de Fotografia Vicentes. Zu den eindrucksvollsten Gärten gehört sicherlich der Jardim Botanico mit dem Vogelpark und dem Naturkundemuseum, das in der ehemaligen Villa der Familie Reid untergebracht ist. Die Palheiro-Gärten (Blandys Garden) sind einen Besuch wert.

Beeindruckend ist aber nicht zuletzt die Lage Funchals. Es liegt halbrund an den Hängen vor dem Hafen, eingerahmt von den einem zauberhaften Panorama und den Orten Caniço und dem Partyort Câmara do Lobos (Churchill malte hier vieler seiner Motive). Die beiden Orte sind von Funchal gut erreichbar. Caniço hat einen sehenswerten Dorfplatz, eine schöne Kapelle und in Caniço de Baixo gute Bademöglichkeiten. Câmara do Lobos hat eine hübsche Altstadt am Hafen, die Kapelle Nossa Senhora de Conceição und hoch oben die Pfarrkirche Igreja de São Sebastião.

Jardim do Mar

Jardim do Mar

Jardim do Mar gilt als beliebter Ort für Surfer und Wellenreiter. Jardim do Mar ist Nachbarort von Paúl do Mar und ist ein schöner Fischerort mit schönem historischen Ortsbild. Hier findet man auch noch Überbleibsel der alten Zuckerrohr-Tradition auf Madeira, denn hier standen viele Zuckerrohrfabriken.

Der Hauptplatz des Ortes ist neu angelegt. Folgt man den engen, alten Gassen, gelangt man irgendwann zur Promenade am Meer, die ebenfalls neu angelegt wurde. Die Kirche des Ortes, Nossa Senhora de Rosario, wurde angeblich Notre Dame nachempfunden. Sehenswert ist sie allemal, die weiße Fassade ist grau abgesetzt.

Machico

Machico Bild: Ввласенко CC BY-SA 3.0
Machico Bild: Ввласенко CC BY-SA 3.0

Machico ist der älteste Ort Madeiras. 1419 betratet hier João Gonçalves Zarco erstmals die Insel. Wie viele Orte auf Madeira hat der Ort mit Nossa Senhora da Conceição eine sehenswerte Kirche und eine Altstadt, sowie ein Rathaus. Die Touristeninfo befindet sich im Forte Amparo und gibt Informationen zu Reisen und Sehenswürdigkeiten in die Region.

Es gibt zahlreiche Bars und Restaurants im Ort. Kino findet man im Forum Machico, die Capela de São Roque und die Caplea de Nosso Senhor dos Milagres sind eine Besichtigung wert. Es gibt außerdem eine neue Marina.

Heute liegt der Ort recht nah am Flughafen der Insel und besitzt ein Sport- und Freizeitzentrum “Parque Desportivo Água de Pena”. Einen guten Ausblick zum Flughafen hat man vom Pico do Facho, über die Bucht und die Halbinsel São Lourenço vom Aussichtspunkt Miraduro Francisco Álvares de Nóbrega, benannt nach dem im Ort geborenen Dichter. Im Oktober feiert man in Machico die Festa do Senhor dos Milagres und gedenkt damit einer einst drei Tage verschollenen Christusfigur.

Monte

Monte Tropischer Garten Biild: Hannes Grobe CC BY-SA 2.5
Monte Tropischer Garten Biild: Hannes Grobe CC BY-SA 2.5

Monte liegt oberhalb von Funchal (600 – 800 m ü.M.) inmitten von reicher Vegetation und mit herrlicher Aussicht auf das Meer. Auch Silvester ist Monte ein guter Platz um das Silvesterfeuerwerk von Funchal zu sehen. Von hier aus kommt man auch hinauf zum Poiso-Pass hinaus zum Pico do Ariero. Monte selbst ist aber besonders bekannt durch die Seilbahn, die von Funchal hoch nach Monte führt und besonders bei Touristen beliebt ist.

In Monte steht auch die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte. Laut Legende ist hier die Muttergottes einem Hirtenmädchen erschienen. Im August findet alljährlich eine Prozession zu Ehren der Jungfrau statt. Hier ist auch Österreichs letzter Kaiser begraben, der auf Madeira im Exil lebte. Sehenswert ist auch der botanische Garten Jardim Tropical Monte Palace.

Eine ganz besondere Tradition, die auch gerne von Besuchern auf ihren Reisen ausprobiert wird, sind die Korbschlittenfahrten von Monte hinunter nach Livramento. Die Fahrer sind traditionell in weißer Tracht gekleidet und steuern den Korbschlitten, der über keine eigenen Bremsen verfügt.

Paul do Mar

Paúl do Mar Bild: Abbiati CC BY-SA 3.0
Paúl do Mar Bild: Abbiati CC BY-SA 3.0

Paúl do Mar schließt sich nördlich von Jardim do Mar an. Der Ort liegt als einziger innerhalb des Naturparks Madeira. Am kleinen Hafen kann man Fischerboote und Fischer bei der Arbeit beobachten. Hier werden die Fischerboote ins Trockene gezogen. Am Kai stehen viele Ferienhäuser und Wochenendunterkünfte. Der Ort ist klein, bietet aber eine schöne Urlaubsatmosphäre. Ansonsten dreht sich hier noch vieles um Fisch, im Hafen befindet sich eine kleine Bronzestatue, die einen Fischer symbolisiert.

Auch hier trifft man viele Surfer, die hier gerne ihrem Hobby nachgehen. Über einen Klippenpfad erreicht man den kleinen Ort Prazeres, der auf einem Bergrücken liegt. Der Ort ist bekannt für die Quinta Pedagógica, wo einst der Pfarrer einen Pflanzengarten anlegte. Hier findet man Obst, Heilkräuter, ein Teehaus und einen kleinen Zoo. Besonders Kinder dürften sich hier wohlfühlen.

Außerdem kann man hier Apfelwein und Kuchen konsumieren, natürlich hausgemacht. Sonntags findet in einer kleiner Halle ein Markt für die Erzeugnisse statt. Fajã da Ovelha, ein weiterer kleiner Ort, kann man ebenfalls zu Fuß von hier erreichen. Von dort hat man eine imposante Aussicht über die Bucht und Paúl do Mar.

Paul da Serra

Hochebene Paul da Serra Bild: Harald Lordick CC BY-SA 3.0
Hochebene Paul da Serra Bild: Harald Lordick CC BY-SA 3.0

Die Hochebene Paúl da Serra ist sicherlich sehr ungewöhnlich für eine Insel in der Breitenlage, erinnert sie doch eher an Reisen nach Schottland oder Norwegen. Aber genau das ist es, was Madeira meiner Meinung nach so interessant macht. Sie Hochebene erstreckt sich auf ca. 1.000 m Höhe auf einem Plateau zwischen Encumeda-Pass und Achadas da Cruz.

Durch die Verdampfung oberhalb des Waldes, liegt hier oft Nebel und Dunst. Die Landschaft ist rau und das Klima windig und feucht. Die Pflanzen, die hier wachsen dürfen nicht empfindlich sein. Hier oben findet man u.a. Ginster, Moss und Farne. Hier wird sehr viel Wasser gesammelt, dass dann über die Levadas in die trockeneren Regionen Madeiras geführt wird.

Auf jeden Fall sollte man versuchen, sofern man gerne und gut wandert, die Vinte e Cinco Fontes (25 Quellen) sowie die Cascata do Risco (Wasserfälle) besuchen. In der Paúl da Serra findet man auch noch wildlebende Rinder (im Fanal) und Lorbeerbäume. Man sollte, bevor man in die Hocheben fährt um dort zu wandern auf jeden Fall den Wetterbericht hören und warme und regenfeste Kleidung mitnehmen. Natürlich auch festes Schuhwerk und evt. Wanderstöcke.

Ponta Delgada

Ponta Delgada Bild: Maximilian Schönherr CC BY-SA 4.0
Ponta Delgada Bild: Maximilian Schönherr CC BY-SA 4.0

Der kleine Ort Ponta Delgada an der Nordküste Madeiras (östlich von São Vicente) ist eher ruhig, erlebt aber einmal im Jahr einen Ansturm. Am ersten Sonntag im September findet hier eine Wallfahrt statt, zu Ehren des Senhor Bom Jesús.

Im 15. Jahrhundert soll hier ein Kruzifix an Land gespült worden sein und ihm zu Ehren wurde eine Kirche gebaut. Diese brannte jedoch später ab, allerdings konnte ein verkohlter Rest des Kruzifix gerettet werden. Dieser befindet sich heute in einer neuen Kirche hinter Glas.

Ponta Delgada ist aber auch besonders bekannt durch seine Meerwasserbecken. Diese sind ein beliebter Ort zum baden. Es gibt dort ferner Terrassen und gastronomische Angebote. Schöne Ausblicke ergeben sich auch oberhalb der Steilküste bis hinüber nach São Jorge.

Ponta do Pargo

Ponta do Pargo Bild: Hansueli Krapf CC BY-SA 3.0
Ponta do Pargo Bild: Hansueli Krapf CC BY-SA 3.0

Ponta do Pargo liegt an der äußersten Westspitze von Madeira. Von hier aus kann man auch gut Reisen ins nahe Porto Moniz unternehmen. Der Ort ist weiter und großzügiger als andere Landesteile. Hier wird außerdem noch viel Landwirtschaft betrieben, Kühe und Ziegen sieht man noch öfters als anderswo auf der Insel.

In der Gegend um Ponta do Pargo gibt es auch noch einige sehr schöne Herrensitze aus dem 18. Jahrhundert, einige sogar restauriert. An der Spitze des Rocha da Vigia findet man einen Leuchtturm, den höchstgelegenen Portugals. Im Sockel des Leuchtturms ist ein kleines Museum eingerichtet, wo man die einzelnen Leuchttürme der Insel vorgestellt bekommt.

Besondere Events in Ponta do Pargo sind das Apfelfest und der Tag des heiligen Antonio am 4. September, dann werden Gaben eingesammelt und zum Kirchplatz gebracht. Auch zur Vogelbeobachtung ist das Gebiet interessant, außerdem finden Golfliebhaber hier einen 18-Loch Golfplatz. Ausflüge bieten sich an nach Capela da Nossa Senhora da Boa Morte zur der auch am 2.Juli eine Prozession führt, und nach Achadas Cruz mit seiner Kabinenseilbahn.

Ponta do Sol

Ponta do Sol Bild: Roman Klementschitz CC BY 3.0
Ponta do Sol Bild: Roman Klementschitz CC BY 3.0

Ponta do Sol gilt als sehr sonnenreich und als wärmster Ort Madeiras. Daher auch der Name. Der Strand ist schön und besteht aus grauen Kieseln. Der Kernort ist, wie so viele auf Madeira, eng und gut restauriert. Die engen Gassen lassen historisches Feeling aufkommen. Der Ort war früher sehr wohlhabend, dies ist noch heute bemerkbar.

Ponta do Sol ist umgeben von Bananenfeldern, früher war die Region stark vom Zuckerrohr bestimmt. Der Ortskern kann gut überblickt werden, die Uferpromenade ist hübsch und bietet Cafés zum Verweilen. In dem kleinen Ort befindet sich ein Kulturzentrum, Centro Cultural John dos Passos und die Kirche Nossa Senhora de Luz mit ihrer beeindruckenden Holzdecke.

Die Snack-Bar Poente hat einen schöne Terrasse über der Bucht des Ortes. Im Sommer finden in Ponta do Sol die Sommernächte (Noites de Verão) statt, wo es Open-Air-Konzerte gibt. In der Nähe im Ort Tabua beginnt eine schöne aber anspruchsvolle Levada, nämlich die Levada dos Moinhos.

Porto Moniz

Porto Moniz Bild: Kogo / Lizenz GFDL
Porto Moniz Bild: Kogo / Lizenz GFDL

Porto Moniz ist heute ein beliebter Badeort, insbesondere im Sommer. Auch viele Madeirenser z.B. aus Funchal reisen in den Ort als Sommerfrische. Es liegt im äußersten Nordwesten von Madeira. Einst war es ein bekannter Handelshafen und eine Walfängerstation. Namensgeber des Ortes war Francisco Moniz, der im 16. Jahrhundert vom König als Verwalter eingsetzt war.

Heute werden in der Gegend insbesondere Kartoffeln angebaut. Hauptattraktion sind aber die Lavapools und Meeresschwimmbecken des Ortes, die sowohl von Einhemischen als auch Besuchern gerne aufgesucht werden. Früher wurden diese übrigens von Fischern genutzt.

Im Forte São João Batista findet man das Aquario da Madeira, ein schönes und relativ großes Aquarium, dass einige Meeresbewohner zur Schau stellt. Sehenswert ist auch die Capela da Nossa Senhora da Conceição.

Auch Levada-Wandern ist von hier aus möglich, z.B. hat man hier Zugang zur Levada da Moinho. Auch das Fanal ist erreichbar für Ausflüge, sowie der Ort Seixal (Weinort) -in dessen Nähe man den Wasserfall “Brautschleier” bzw. “Véu da Novia” findet- und das Tal Chão da Ribeira.

Ribeira Brava

Ribeira Brava

Ribeira Brava ist schon immer in der Geschichte ein wichtiger Ort zwischen dem Nord- und Südteil Madeiras gewesen. Der Ort ist ca. 15 km von Funchal entfernt und wird von der Hauptstadt aus gerne als Ziel für kurze Reisen verwendet. Er dient den Hauptstädtern auch als Sommerfrische.

Besonders bekannt ist die Kirche von Ribeira Brava, São Bento. Auf dem auffälligen Azulejo-Turm findet man auch das Kugel-Symbol der portugiesischen Entdecker. Sehenswert ist die Kirche nicht nur von aussen, innen befindet sich ein sehr altes Taufbecken, prunkvolle Altäre und eine manuelinische Kanzel. Die Promenade ist recht neu, hier findet man viele Möglichkeiten zum stärken und relaxen. Ein Überbleibsel vom alten Forte São Bento ist ein kleiner Turm, der an die Verteidung des Ortes gegen Piraten erinnert.

Auch sehenswert ist das heutige Rathaus, eine ehemalige Quinta, inmitten eines schön angelegten Parks mit vielen alten Bäumen.

Ribeira Brava hat auch ein schönes Meeresbecken mit Liegeflächen und großem Pool. Wer etwas Geschichte von Madeira entdecken will, der sollte das Museu Etnográfico da Madeira besuchen. Hier erfährt man alles rund um Fischfang und Leben auf der Insel Madeira in alten Zeiten.

Sao Vicente

São Vicente Bild: zarco Gemeinfrei
São Vicente Bild: zarco Gemeinfrei

São Vicente liegt zwar nicht direkt am Meer ist aber ein typischer Ort auf Madeira, der noch dazu schon wegen seiner liebevollen Restaurierung Preise gewonnen hat. Besonders bekannt ist São Vicente aber auch wegen den nahen Höhlen Grutas de São Vicente, mit langen Lavatunneln und Salzstelen.

Mehr zum Thema Geologie und Vulkanismus erfährt man auf seinen Reisen dann im anschließenden Centro do Vulcanismo. Im Ort selber gibt es noch eine sehenswerte Kirche und eine Kapelle, die Capelina do Calhau. Von São Vicente aus kann man auch schöne Ausflüge unternehmen, wie etwa ins sehr ursprüngliche Boaventura, von wo man aus einen schönen Küstenpfad entlang gehen kann.

Außerdem bieten sich Tripps nach São Jorge mit seiner bekannten Kirche und Ponta Delgada mit der Wallfahrtskirche an. Etwas wandern kann man auch an der Levada do Reis, ideal wenn man Arco da São Jorge besucht.

Santana

Santana Bild: Markus Bernet cc-by-sa-2.0
Santana Bild: Markus Bernet cc-by-sa-2.0

Santana ist besonders bekannt für seine Casas de Colma, die bunten Strohdachhäuser. Im Bereich Santana findet man immer noch viele dieser alten Zeugnisse der Vergangenheit. Einst teilten sich die Bauern diese mit ihrem Vieh.

Die Bekanntesten von ihnen sind die drei neben dem Rathaus, wobei sich in einem auch die Touristeninformation befindet und ein Exemplar mit Mobilar eingerichtet wurde. Weitere dieser Häuser findet man auch im Parque Temático da Madeira. Hier erfährt man auch mehr über die Kultur und Geschichte Madeiras.

Schöne Ausblicke erhält man von der nahen Kabinenseilbahn, mämlich auf die Küste und Wasserfälle der Umgebung. Wer sich für Kirchen interessiert, wird sicherlich auch an der Kirche von Santana gefallen finden. Santana bietet sich im Übrigen auch an, wenn man eine Wanderung zum Pico Ruivo plant.

Der Ort hat außerdem ein bekanntes Folk-Festival (48 Horas de Bailar), dass jedes Jahr im Juli stattfindet und zwei Tage dauert. Bei diesem Event erhält man auch Produkte aus und um Santana aus dem Bereich Handwerk und Landwirtschaft. Ein besonderes Ereignis ist auch immer das Zimtapfelfest (Februrar) in Faial, nahe Santana.

Santa Cruz

Santa Cruz Bild: domeckoopol / pixabay.com
Santa Cruz Bild: domeckoopol / pixabay.com

Santa Cruz war früher und ist noch heute eine wichtige Stadt für Madeira. Der Flughafen Santa Catarina liegt ganz in der Nähe und ist daher Startpunkt für viele Reisen. Früher war Santa Cruz auch ein bedeutendes Zentrum für den Zucker-Export. Sein alter Ortskern liegt sehr nahe am Meer und zählt zu den ältesten Siedlungen Madeiras.

Der Ort verfügt weiterhin über einen modernen Mercado. In der Markthalle gibt es eine große Auswahl an Fischen und Meeresgetier. Der Kachelfries von Outeiro Agueda ist künstlerisch interessant und zeigt Fischer und Händler. Die Uferpromenade des Ortes ist neu gestaltet.

Hier kann man entspannen und die Fischerboote betrachten. Einen schönen Garten mit Drachenbäumen hat die Casa da Cultura. Im Sommer kann man hier in einem kleinen Amphietheater Filme im Freien schauen. Auch baden kann man im Ort, es gibt sogar ein Kinderbecken und einige Wasserrutschen.

Die dreischiffige (selten!) Kirche São Salvador hat einige Steinmetzarbeiten aus manuelinischer Zeit aufzuweisen, neben der Kirche steht eine Marmorsäule mit einem Kreuz, die den Ortsnamen einleuchten lässt.

Santo da Serra

Santo da Serra Bild: zarco Gemeinfrei
Santo da Serra Bild: zarco Gemeinfrei

Santo da Serra ist die typische Sommerfrische Madeiras. Der Ort liegt in erfrischender Höhe und im grünen Hügelgelände. Oberhalb von Machico und unterhalb des Portela-Passes kann man hier frische Bergluft genießen und einen fabelhaften Ausblick auf die Ponta de São Lourenço.

Besonders bekannt ist der Ort, weil hier der erste Golfplatz der Insel entstand. Santo da Serra bietet sich auch für schöne Levada-Touren an, wie etwa entlang der Levado do Furado nach Ribeiro Frio. Auch Reitmöglichkeiten sind im Centro Hipico Quinta do São Jorge vorhanden.

Der Ort hat außerdem eine Kirche und die Villa Quinta do Santo da Serra mit hübschem und großem Garten im Angebot. Der Park ist nett und je nach Jahreszeit wunderschön blühend, außerdem gibt es hier einen kleinen Zoo mit Hirschen und Hühnern. Eine hervorragende Aussicht ermöglicht auch der Aussichtspunkt Moradouro dos Ingleses.

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